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Kursnummer : 331/17

Fachtagung Musik und Alter



Beschäftigte in der Altenpflege und Seniorenarbeit, Beschäftigungstherapeuten, Ehrenamtliche und pflegende Angehörige
Dozent/innen:
Kati Faude
Martina Klimpel
Marie Rohde
Katharina Nowack
Britta Armbröster
Wolfgang Tschegg
Termin: 30.06.2017
Ort: Räume der Landesmusikakademie Berlin
Gebühr 50,00 Euro 
Anmeldeschluss 15.06.2017
Kurszeiten 30.06.2017  08:30 - 16:00
Musik kann wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität, ja Lebensfreude von Menschen im Alter beitragen. Musik kann aber auch in der Begleitung Schwerstkranker und Sterbender eine wichtige Funktion übernehmen. Die Fachtagung lotet die Spannbreite musikalischer Anwendungsformen vom eigenen Musizieren über Gruppenangebote in Senioren- und Pflegeeinrichtungen bis zur Betreuung demenziell Erkrankter und Sterbender aus.
Dabei werden nach einleitenden Vorträgen in drei Workshopblöcken Einblicke in die musikalische Praxis vermittelt, die zur späteren Vertiefung einladen.

Ablauf:

08:30 Uhr
Registrierung / Foyer vor Konzertsaal 1

09:00 Uhr
Begrüßung / Joachim Litty (Leiter Landesmusikakademie Berlin)

09:05 Uhr
- Planung, Evaluation und Präsentation musikalischer Angebote in Pflegeeinrichten - Referentin: Marie Rohde (Potsdam)
Dass Musik in Alteneinrichtungen gerne zur Umrahmung von Veranstaltungen aller Art eingesetzt wird, ist ein Allgemeinplatz. Die Ansicht, dass musikalische Betätigung für ältere Menschen und Pflegebedürftige einen immensen Zugewinn an Lebensqualität bedeutet, ist leider noch immer nicht selbstverständlich, sondern bedarf aus diesem Grund einer nachhaltigen Argumentation und ebensolchen Durchsetzungsvermögens der Akteure. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass entspannte Bewohner/innen einen stressfreieren Pflegealltag bewirken. Das Input-Referat gibt Argumentations- und Planungshilfen mittels eines Fallbeispiels an die Hand und will Möglichkeiten aufzeigen, sich des eigenen sinnhaften Tuns immer wieder zu vergewissern.

09:40 Uhr
- Singen gegen das Altern: Hören-Atmen-Sprechen -
Referentin: Kati Faude (Berlin)
Die stimmlichen Fähigkeiten lassen im Alter aufgrund körperlicher Veränderungen zwangsläufig nach. Doch dieser Prozess lässt sich - nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ - durch eine aktive Lebensweise und eine bewusste Stimmnutzung hinauszögern. Das Singen als die elementarste und emotionalste Musikausübung ist dabei Mittel und Zweck zugleich. Für den unmittelbarsten Ausdruck unserer „Stimmung“ sind Hilfsmittel wie Instrumente nicht nötig. Gerade bei betagten Menschen rühren Lieder an Erinnerungen und wecken Gefühle und Energien. Die Stimme gut zu beherrschen, ist für Senioren ebenso bereichernd wie für Jüngere und kann durch dieselben Methoden trainiert werden. Schon das Alltagsverhalten - Hören, Atmen und Sprechen – sollte so gestaltet werden, dass es sich stimm- und gesangsfördernd auswirkt.

10:20 Uhr
- Auditives Milieu in Pflegeeinrichtungen -
Referentin: Katharina Nowack (Münster)
Das auditive Milieu einer Pflegeeinrichtung – also alle dort herrschenden Klänge, die Lautstärke, die Akustik und die Atmosphäre – wirkt häufig unpassend für die dort lebenden demenziellen Bewohner. Aus einer Studie, die 2014 in Münster durchgeführt wurde, geht hervor, dass sich nur wenige Einrichtungen mit der Gestaltung auditiver Milieus beschäftigen, viele Mitarbeiter hier jedoch einen großen Bedarf sehen. Im Dissertationsprojekt der Referentin wurde das auditive Milieu auf drei verschiedenen Wohnbereichen erfasst, wahrgenommen und mit Hilfe von Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, Schalldämpfungsmaßnahmen und technischen Veränderungen umgestaltet, was deutliche positive Auswirkungen auf die Bewohner und Mitarbeiter hatte.

11:00 – 11:30 Uhr
Kaffeepause

11:30 - 12:30 Uhr
Workshops / Auflistung s. unten

12:30 Uhr
Mittagspause

13:30 – 14:30 Uhr
Workshops / Auflistung s. unten

14:45 – 15:45 Uhr
Workshops / Auflistung s. unten

15:45 Uhr
Verabschiedung – Konzertsaal 1

16:00 Uhr
Ende der Veranstaltung

Workshop 1:
- Arbeit mit der Stimme -
Referentin: Kati Faude (Berlin)
Der Pflegealltag fordert in der Ansprache der Bedürftigen häufig aufgrund von Schwerhörigkeit und -verständlichkeit ein erhöhtes Maß an Sprechintensität. Diese zu erreichen, ohne sich selbst auf Dauer durch Überbelastung zu schädigen, macht bestimmte Atem- und Artikulationsübungen hilfreich. Mit wenig Aufwand kann die Wirkung erhöht und der gesunde, entspannte Umgang mit der Stimme trainiert werden.

Workshop 2:
- Arbeit mit Klangschalen –
Referentin: Britta Armbröster (Berlin-Schönefeld)
Die Anwendung von Klangmassagen in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen zeigt erstaunliche Effekte, wie aus der Praxis berichtet wird. Der lang anhaltende Klang der metallenen Schalen kann bei den Klienten/innen Verkrampfungen lösen und zu innerer Ruhe und Entspannung beitragen. Britta Armbröster gibt Einblicke in die Arbeit mit Klangschalen und verdeutlicht, wie die Klangmassage eine Beziehung speziell zu Menschen aufbaut, die sonst keine Möglichkeit mehr haben, an gemeinschaftlichen und sozialen Veranstaltungen teilzunehmen. Die positiven Auswirkungen werden auch von der Leiterin des Maria-Martha-Stifts am Bodensee, Anke Franke, bestätigt, einem Haus, das in der Musik den Königsweg zur Kontaktaufnahme mit Menschen mit eingeschränkter Wahrnehmungsfähigkeit sieht.

Workshop 3:
- Der Einsatz von Handpuppen in der musikalischen Arbeit im Pflegeheim –
Referentin: Martina Klimpel (Berlin)
Handpuppen sind eine anerkannte Methode, mit älteren Menschen leichter in eine Kommunikation eintreten zu können. Wie dies auch mit musikalischen Inhalten im Pflegealltag gelingen kann, wird von der Dozentin in anschaulichen Beispielen aus der eigenen Praxis demonstriert. Die Teilnehmer/innen des Workshops erhalten eine kurze Einführung in die Handhabung der Puppen. Sie können sich dann einerseits in Partnerarbeit als Puppenspieler/in ausprobieren, andererseits in der Rolle des/der Bespielten die verblüffende Wirkung der Puppen selbst erfahren. In einer simulierten Gruppenaktion können die Puppen gemeinsam mit uns singen, tanzen, Instrumente spielen und noch so manches mehr, was den Alltag der Bewohner /innen im Pflegeheim bereichern und die Pflegearbeit erleichtern kann. Es sind genügend Handpuppen für die Teilnehmer/innen vorhanden. Wer eine eigene Handpuppe besitzt, kann diese gern zum Workshop mitbringen, um zu erfahren, wie musikalisch sie sein kann.

Workshop 4:
- "So, jetzt aber mal was Flottes...“ - Musikalisch motiviertes, kreatives Arbeiten in Liedern, Sprache und Bewegung mit an Demenz erkrankten Menschen.
Referent: Wolfgang Tschegg (Berlin)
In meiner Arbeit versuche ich durch kreativen Umgang mit Sprache, Musik und Bewegung gemeinsam mit den teilnehmenden Senioren/innen eine Plattform für ein positives Gruppenerlebnis zu schaffen. Jede/r soll sich trotz ihrer/seiner individuellen Erkrankung oder Beeinträchtigung in der Gruppe selbst erleben, ausdrücken, wiederfinden und geborgen fühlen können. Das Angebot richtet sich besonders auch an Menschen mit Demenz. Hier bewährt sich Musik vor allem durch ihre Unmittelbarkeit und als einfach zugängliches Medium. Ziel ist es u. a. Kompetenzen zu erhalten, Gemeinschaft erlebbar zu machen und psychische Belastungen aufzufangen.

Workshop 5:
- Weniger ist mehr – akustische Reize als Stressfaktor im Pflegealltag -
Übungen zur Sensibilisierung
Referentin: Katharina Nowack (Münster)
Dass wir selbst eine Sensibilität für unsere akustische Umwelt entwickeln, stellt in unserem hektischen Alltag eine große Herausforderung dar. Die Dozentin leitet Hörübungen an, die die Aufmerksamkeit auf Geräusche aus unserem Umfeld steigern sollen. Dabei sind durchaus auch „Exkursionen“ ins Außengelände möglich.



Das ganze Jahr auf einen Blick!

Das komplette Programmheft mit allen Fortbildungsangeboten zum anschauen und downloaden finden Sie hier: Jahresprogramm 2018 (pdf, 7 MB)

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